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Geöffnet von Hubert Klühe am 13.02.2009 Hochseefischer-Backskiste
Bordleben ROS 402
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Eingliederung in das Bordleben von ROS 402
Auf jedem Schiff gab es etwas unterschiedliche Formen des Zusammenlebens in der Freiwache (für Landratten Freizeit). Die Decksbesatzung war zeitlich an die 12/12 Wache (12 Stunden arbeiten/12 Stunden frei) gebunden und die Maschinenbesatzung arbeitete mit der 4/8 Wache. Der Funker, der Koch, der E-Meister und der 1. TO hatten durch ihren Dienst die Möglichkeit abends zusammen zukommen. Bei Gelegenheiten wie Aus- und Heimreise, Fangplatzwechsel oder auch bei schlechtem Wetter (ohne Fischerei) war auch der Kapitän öfter dabei. Meine Integration in diesen Kreis wurde mit meiner Umpolung vom Skat- auf Doppelkopfspiel eingeleitet. Nach einer kurzen Lehr- und Schonzeit war ich dann in dieser Runde akzeptiert. Bei besonderen Anlässen habe ich gefilmt. Mit einem Reflektor einer Decksleuchte und einer 500 Watt Lampe bastelte ich eine Filmleuchte für Innenaufnahmen. Anlass der im Film gezeigten Feier war ein Geburtstag. Ich glaube vom Koch Gerd Klawitter. Trotz des Aufnahmefehlers der Kamera sind die Gäste zu erkennen: Kapitän Eckehard Riediger, Funker Udo Stucke, 1. TO …….? und Epi Hubert K.. Bei diesen Feiern und beim Kartenspiel wurden auch manche Flaschen geleert. Diese Flaschen brachten mich 1975 auf folgende nutzbringende Idee:
Auf der nächsten Seite folgen Kopien der Finder Post, die ich erhalten habe …
1975 war das Sero-System (Sammeln von Sekundär Rohstoffen) auf See noch nicht so aktiviert wie in späteren Jahren. Außer den Pfand Bierflaschen ging fast alles über Bord. Nach den Feierlichkeiten benutzte ich nun etliche Flaschen als Flaschenpost und wollte testen, ob ich Antworten von Findern bekam. Zur besseren Lesbarkeit schrieb ich einen kurzen „Standardtext“ in Druckschrift. Später war ich zu faul zum Schreiben und ließ den Text mehrmals beim Funker mit dem Fernschreiber tippen. Dabei bekam ich zahlenmäßig gleich noch zwei Durchschläge mit. Wie viele Flaschen es waren, die ich dem Wasser übergeben habe, weiß ich nicht mehr. Die Abwürfe fanden am Fangplatz und auf Heimreise statt. Über die Abwurfpositionen habe ich kein Buch geführt. Gedanken machte ich mir aber darüber was passiert, wenn ich plötzlich Post aus dem NSW (Nicht sozialistisches Wirtschaftssystem) bekomme, das hieß West Post erhalte. Das war ja bekanntlich bei Seeleuten und Reisekadern der DDR nicht erwünscht. Ich ignorierte die Gefahr einfach, da zu diesem Zeitpunkt schon feststand, dass ich die Seefahrt am Ende des Jahres aus familiären Gründen beenden würde. Tatsächlich kamen einige postalische Antworten an meiner Heimatadresse an. Einige sogar erst 1976 als ich schon an Land arbeitete. Sie haben in der Backskiste bis heute auf Veröffentlichung gewartet. Bei den Findern hatte ich mich mit Briefen bedankt, die ich zusätzlich immer mit schönen Briefmarken der DDR-Sammlerausgaben versehen habe.
Flaschen Post Versuche ….