Geöffnet von Hubert Klühe am 13.02.2009 Hochseefischer-Backskiste
Haverie im Hafen
Havarie im Heimathafen Nach der Reise mit ROS 225 sollte ich auf ROS 208 Magdeburg als Elektriker anmustern. Da ich die Absicht hatte später ein Studium aufzunehmen, wollte ich nicht auf älteren Schiffen fahren und lehnte die Musterung ab. Die folgende Reservezeit verbrachte ich wieder in der Ankerwickelei. Am 21. Januar 1970 hatte ich einen Zahnarzttermin in der Poliklinik des Betriebes. Als ich gegen 07:30 Uhr von der Ankerwickelei kommend am alten Hafenbecken entlang ging, sah ich dass der Zubringertrawler ROS 403 dort festmachte. Er war von einer Fangreise gekommen und Angehörige der Seeleute standen an der Pier zum Empfang bereit. Beim Rückweg von der Poliklinik zum Hafenbecken bot sich mir dann folgendes Bild. An der schmalen Seite des Hafenbeckens war von zwei Saßnitzer Kuttern einer am Sinken und auf dem anderen waren Leute damit beschäftigt Festmacher zum sinkenden Kutter zu lösen. Im Hafenbecken trieben noch mehrere Schiffe umher, darunter auch ROS 403. Durch einen technischen Fehler an der Verstellpropelleranlage hatte sich ROS 403 unkontrollierbar mit voller Kraft des Hauptmotors vom Liegeplatz losgerissen, mehrere Schiffe beschädigt und den Kutter regelrecht versenkt. Auf den Kuttern hatten Seeleute übernachtet, aber zum Glück ist keiner verletzt wurden. Die Fotos nach der Havarie und vor dem Heben des gesunkenen Kutters machte Bernd Schlicht vom Netzboden aus.
Foto © by Bernd Schlicht Foto © by Bernd Schlicht Foto © by Bernd Schlicht
Die Folge der Haverie war, dass die gesamte Maschinenbesatzung von ROS 403, außer dem 1. TO, nicht an der nächsten Fangreise teilnehmen konnte. Sie musste zur Klärung der Havarie an Land bleiben. Anfang Februar wurde eine neue Maschinenbesatzung gemustert. Am Auslauftag bekam ich plötzlich Bescheid nun doch als Elektriker für ROS 208 "Magdeburg" mit ROS 403 zum Fangplatz Labrador zu fahren. ROS 208 war schon im Januar ausgelaufen. Meinen Unmut für einen Trawler Typ 2 tröstete man in der AKL mit den Worten: "Es wäre ja nur eine kurze Reise ".
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